Japan

Japanische Kunst reicht von stillen Tuschebildern buddhistischer Mönche bis zu den bunten Farbholzschnitten, die in Edo – dem heutigen Tokio – massenhaft verkauft wurden und später Europas Maler begeisterten.

Die Zeit

Von 1603 bis 1868 regierten die Shogune der Familie Tokugawa ein weitgehend abgeschottetes Japan. Der lange Frieden ließ Städte wie Edo, Kyoto und Osaka wachsen. Kaufleute und Handwerker kamen zu Geld, hatten aber politisch wenig zu sagen – sie gaben es für Theater, Mode, Teehäuser und Reisen aus. Diese bunte Stadtkultur nannte man „ukiyo“, die „fließende Welt“ des Vergnügens.

Was die Kunst wollte

Holzschnitte waren die Bilder dieses neuen Publikums: günstig, aktuell und in großer Zahl gedruckt. Sie zeigten Kabuki-Schauspieler, berühmte Schönheiten, Landschaften und Reiseziele – Poster, Starfoto und Reiseprospekt zugleich. Ältere Traditionen wie die Tuschmalerei der Zen-Mönche suchten dagegen Ruhe und das Wesentliche in wenigen Pinselstrichen.

Woran man sie erkennt

  • Klare Umrisslinien und flächige Farben ohne Schatten.
  • Ungewöhnliche Ausschnitte: angeschnittene Bäume, Brücken oder Wellen im Vordergrund.
  • Serien von Ansichten, etwa 36 Ansichten des Fuji oder die Stationen der Tōkaidō-Straße.
  • Signaturen und Verlegerzeichen in kleinen Kartuschen am Bildrand.

Zeitleiste

  • 1603: Tokugawa Ieyasu wird Shogun; die Edo-Zeit beginnt.
  • 1765: Suzuki Harunobu druckt die ersten vielfarbigen „Brokatbilder“ (nishiki-e).
  • um 1831: Hokusai veröffentlicht die „36 Ansichten des Berges Fuji“ mit der „Großen Welle“.
  • 1833–1834: Hiroshige veröffentlicht die „53 Stationen des Tōkaidō“.
  • 1868: Mit der Meiji-Restauration öffnet sich Japan dem Westen.

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