Renaissance

„Wiedergeburt“: Von Florenz bis Brügge entdeckten Künstler die Antike neu, erforschten Perspektive, Körper und Licht – und wurden vom Handwerker zum gefeierten Genie.

Die Zeit

Reiche Handels- und Bankenstädte wie Florenz, Venedig, Brügge und Nürnberg wurden zu Zentren der Kunst. Familien wie die Medici, Päpste und Fürsten gaben Altäre, Porträts und Paläste in Auftrag, um Frömmigkeit und Ansehen zu zeigen. Gelehrte, die Humanisten, lasen antike Texte und stellten den Menschen in den Mittelpunkt. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern, um 1450 von Gutenberg erfunden, verbreitete Wissen und Bilder schneller als je zuvor; ab 1517 spaltete die Reformation die Kirche.

Was die Kunst wollte

Die Kunst wollte die Welt so zeigen, wie das Auge sie sieht – und zugleich vollkommen. Maler konstruierten die Zentralperspektive, studierten Anatomie und malten mit Ölfarbe Stoffe, Haut und Licht täuschend echt. Antike Götter und Helden kehrten neben biblischen Szenen zurück. Porträts zeigten selbstbewusste Einzelne, und Künstler wie Leonardo, Michelangelo oder Dürer traten stolz als eigenständige Schöpfer auf.

Woran man sie erkennt

  • Zentralperspektive: Linien laufen auf einen Fluchtpunkt zu, Räume wirken tief.
  • Ausgewogene, oft dreieckige Komposition um eine Hauptfigur.
  • Natürliche Körper und Gesichter, manchmal nach antiken Statuen geformt.
  • Im Norden: winzige Details, leuchtende Ölfarben und Landschaft hinter dem Fenster.

Zeitleiste

  • um 1435: Jan van Eyck malt die „Madonna des Kanzlers Rolin“ – Ölmalerei in neuer Feinheit.
  • um 1485: Botticelli malt die „Geburt der Venus“.
  • 1503: Leonardo beginnt die „Mona Lisa“.
  • 1508–1512: Michelangelo malt die Decke der Sixtinischen Kapelle.
  • 1517: Luthers Thesen leiten die Reformation ein.

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