Laokoon
El Greco, um 1610/1614
- Künstler
- El Greco
- Datierung
- um 1610/1614
- Gattung
- Gemälde
- Technik
- Öl auf Leinwand
- Maße
- 137,5 × 172,5 cm
- Sammlung
- National Gallery of Art, Washington
- Lizenz
- Gemeinfrei, CC0
Bildbeschreibung
Ganz nah bei uns stehen oder liegen in diesem Querformat sechs nackte, hellhäutige Menschen, von Schlangen umschlungen, auf einem Felsufer. Dahinter erstreckt sich eine tiefe Landschaft: Ein winziges braunes Pferd läuft auf eine Stadt aus Steinhäusern zu, unter einem leuchtend blauen Himmel voller gedrehter weißer Wolken. Die Körper der Menschen sind sehnig und gestreckt, die Haut ist in Elfenbeinweiß gemalt, mit pfirsichfarbenen Lichtern erwärmt und von tiefgrauen Schatten durchzogen. In der Mitte liegt ein Mann mit weißem Bart und weißem, lockigem Haar rücklings auf dem anthrazitgrauen Fels, die Knie angewinkelt, die Unterschenkel gespreizt. Den Körper nach rechts von uns abgewandt, hält er in der linken Faust, rechts im Bild, auf Hüfthöhe den Leib einer langen, silbergrauen Schlange. Die Schlange windet sich hinter seinem Körper, und er packt sie hinter dem Kopf. Der Mann hat hohe Wangenknochen und eingefallene Wangen und verdreht die Augen nach oben und hinten zur Schlange, deren weit aufgerissenes Maul fast sein Haar berührt. Links steht ein glattrasierter junger Mann, uns zugewandt, doch weit zurückgebogen, eine sich wölbende Schlange in den Händen. Seinen rechten Arm, links im Bild, winkelt er an, um den Schwanz der Schlange zu fassen; der andere Arm ist gerade nach hinten gestreckt und hält den Schlangenleib, der sich so herumwindet, dass die Giftzähne fast seine Seite erreichen. Rechts neben dem älteren Mann liegt ein zweiter, dunkelhaariger junger Mann mit dem Kopf zu uns auf den Felsen. Seine Füße stehen auf dem Boden, sodass wir auf seine Oberschenkel blicken. Eine Hand ruht über seinem Kopf am Boden. Drei Gestalten scheinen am rechten Bildrand mit baumelnden Füßen zu schweben. Die vorderste blickt, uns den Rücken zugewandt, im Profil auf die sich windenden Menschen. Eine zweite dahinter blickt ebenfalls nach links. Ein dritter Kopf wendet sich in die Gegenrichtung und schaut nach rechts. In der Ferne geht das goldbraune Pferd, von uns abgewandt, mit erhobenem Vorderbein auf einem Weg, der hinter dem Felsvorsprung hervor zur fernen Stadt führt. Die Gebäude der Stadt in einer flachen Senke haben meist rosa und rote Mauern und rauchgraue Dächer. Rechts fällt das Land in ein tieferes, grünes Tal ab, das den Horizont säumt, der bei zwei Dritteln der Bildhöhe liegt. Die stehenden Gestalten zeichnen sich vor dem saphirblauen Himmel und verknoteten grauen und weißen Wolken ab.